Piratensender Powerplay

Piratensender Powerplay

Piratensender Powerplay, Episode 18: "Schrödingers Rassismusstudie"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES
00:30: Samira, die Thesen-Therapeutin, macht die Türe und Herzen weit auf, Friedemann folgt. Wir entschuldigen uns für die Verspätung. Es lag an uns.

01:00: Worüber reden wir heute? Coronas Gefangenendilemma, Schrödingers Rassismusstudie, Netflix ihm seinen besten Film. Gutes Paket, oder?

03:55: Samira fragt sich und uns, wie man Eigenverantwortung jetzt aber mal wirklich in die Bevölkerung hineininjiziert. Friedemann ist generell und speziell skeptisch, leider, und wendet die Theorie des Cultural Lag mittellegitim auf Corona an – Ergebnis: angekündigter Lockdown?

21:47: Gefangenendilemma, Tragik der Allmende und keine Ende: Corona stellt unsere Schwächen gnadenlos bloß. Wann kommt die dritte Welle?

30:11: Seehofer hat diese Woche mal wieder als Gewinner verlassen. Die SPD als Depp. Denn was genau für ein Narrativ vermittelt diese Studie jetzt? Dass die Polizei das Opfer ist. Bonus: erkauft wurde die Studie mit neuen Befugnisse für den Verfassungsschutz.

43:35: Wie aber könnte eine sinnvolle Rassismus-Studie denn überhaupt aussehen? Was wollen wir denn eigentlich damit erreichen? Samira weiß es.

52:24 Was ihr diese Woche schauen solltet und was nicht, zwei schnell Hinweise, ciao!

Piratensender Powerplay, Episode 17: "Händewaschen vor Chaturbate!"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES:
00:30: Friedemann begrüßt die intellektuelle Superspreaderin, Samira lädt zum Maskenschützenfest.
01:15: Was ist eigentlich eine Welle? Wir wissen es auch nur halb, aber Deutschland surft die zweite. Darüber sprechen wir: Corona und was wir längst besser machen sollten. Warum CO2-Messgeräte uns retten können. Was andere Länder besser machen. Und was die Gesellschaft gelernt hat. Bonustrack: Dickpics.
04:00: Die beste Überleitung in der Geschichte dieses Podcast führt uns ins Thema Händewaschen und warum das gegen Corona eher so Voodoo ist (trotzdem machen, liebe Kinder!). Was könnte besser helfen? Friedemann hat sich eingelesen. Und schickt gleich zwei DISCLAIMER voraus.
7:00: Samira erkennt eine gewisse Reaktanz an sich selbst.
7:50: Jetzt aber: die AHA-Regeln, ihr Sinn und Unsinn, ihre neue Version. Und warum wir uns immer noch um die falschen Bereiche der Infektionsgefahr kümmern, man so oder so keine Busse ablecken sollte, aber dass die Desinfizierungsmanie leider sehr, sehr wenig bringt, und wir uns besser um die Superspreading-Events und den dort erkennbar idealen Kontext für das Virus kümmern sollten. Also: Was tun?
12:40: Der Feind ist in der Luft. Und über die kann man einiges rausfinden. Also, wie sie beschaffen sein sollte und wie nicht. Friedemann empfiehlt ausführlich Zeynep Tufekci und ihren Text auf theatlantic.com: https://www.theatlantic.com/health/archive/2020/09/k-overlooked-variable-driving-pandemic/616548/
14:00: Die Pandemie verläuft nach einer Pareto-Effizienz: wenige Superspreader stecken viele Leute an. Dafür gibt es viele Beispiele. Samira hat nochmal nachgeschaut, inwieweit das vom BMG kommuniziert wird.
16:30: Man kennt alle Faktoren für das Superspreaden. Friedemann schaut sie nochmal an. Weil wichtig. Und findet: Wissen ist wie ein Virus.
20:50: Samira erkennt ein gewisses Echo an sich von #maskeauf und dem gemeinsamen Versuch, Deutschland die Alltagsmaske beizubringen.
23:50: Ein Interview mit einem Schwaben im Deutschlandfunk bringt Friedemann auf eine heiße Spur, wie wir CORONA ENDLICH BESIEGEN! Aber wie erfahren jetzt alle davon?
30:35: Wieso stellen wir uns so doof an? Samira hat Fragen. Friedemann wenig Antworten.
35:00: Samira zitiert Forschung zur Veränderung der Gesellschaft durch die Pandemie. Spoiler: Sie ist endlich einmal recht schmeichelhaft. Wir sind erwachsen geworden. Bisschen.
41:00: Friedemann ist da auch einigermaßen wohlwollend, die Adoleszenz der Unsicherheit ist vorbei.
43:20: Was können wir arroganten Westler vom globalen Süden lernen? Samira war geistig im Senegal.
47:50: Man nennt das Frugale Innovationen. Cooles neues Fremdwort, oder?
50:20: Welche Entität könnte in einer Pandemie Innovationen vorantreiben und das Wissen richtig zusammenpuzzlen? Eine europäische?
54:45: Die zweitbeste Einleitung in der Geschichte dieses Podcast führt uns zum Thema Dickpics. Samira hat einen super Text auf SPON geschrieben (bitte lesen), Friedemann hat noch eine Anmerkung. Der Rest ist Geschichte. Baba!

Piratensender Powerplay, Episode 16: „Halloweenkostüm: sehr umstrittener Sternenstaub"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES

00:16 Samira krächzt frühmorgendlich in den Äther, es wird heute eine besondere Folge! Erstens, weil sie nur aus Whatsappnachrichten besteht, weil wir beide in Zügen sein mussten und zweitens: es ist die zwanzigste Folge! Samira ist davon geschockt UND überrascht!
Auch Instagram feiert, da sind es schon zehn Jahre und Trump feiert sich sowieso immer, dafür feiern wir das Recherchenetzwerk Correctiv und wieder mal Hannah Arendt.

03:48 Friedemann im Zug erwischt, er bringt eine These zur Ost-Deep-Story mit und über Corona müssen wir auch sprechen. Wohltemperierte Sorge nach einem Laisser-Faire-Sommer?
Er als selbsterklärter "leiser Optimist" übt sich in pragmatischer Menschenkenntnis, Samira findet das „besorgniserregend“ der Kanzlerin zwar auch besorgniserregend, aber auch beruhigend

09:02: Trumps Independence-Day-Show und sein cineastisches Gefangensein im affective-Feedback-Loop, welches dazu führt, dass die Ärzte im Fernsehen lügen, um ihn in eine gute Stimmung zu versetzen. Friedemann hat fast Mitleid mit dem Umstand, dass seine Angst nicht mehr als stark zu gelten größer zu sein scheint als sein Überlebenstrieb

19:50 Friedemann dechiffriert auf Samiras Bitte den enigmatischen Satz „I went to the real school, not the one with books” und parallelisiert zu Putins Umgang mit Wahrheit als Kräfteverhältnis

22:09 Friedemann erklärt warum Instagram das intelligenteste Netzwerk in der Geschichte des Internets ist und zeigt anhand von drei Faktoren, wie es auch das mächtigste Netzwerk werden konnte

27:11 Samiras Überlegungen zum Selfie als Identitätsstiftung und zum Spiegelselfie als gesellschaftlich anerkannter Narzissmus führen uns zu Nazis auf Instagram und der Recherche von Correctiv

34:07
Um das Jubiläum zu feiern haben wir unsere 10 inhaltsdünnsten, nervigsten, stilblütigsten Begriffe rausgesucht, ganz im Geiste von Flauberts Dictionnaire der Allgemeinplätze – und dröseln die abwechselnd auf:
Meinungsfreiheit
Klartext
Spaltung/Polarisierung
Deutschfeindlichkeit/Fremdenfeindlichkeit/Ausländerfeindlichkeit
“Unsere Gedanken sind bei” als deutsche “thoughts and prayers”
Beziehungstat
Ehrlich machen
Wunderbar
Linksextrem
Umstritten
Einzelfall
Leitkultur

59:12 Friedemann erklärt mit Hilfe seines „Friedemann &-„ Gesprächs mit Clueso die ostdeutsche Deep Story, die auf einer narrativen Dissonanz basiert (oder warum wir auch hier erstmal im Dunkeln tapsen)

01:04:47 Ciao und Cheers!

Piratensender Powerplay, Episode 15, "Objektive Lügen & neutrale Extremisten“

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES:
00:45: Susan Sontag, Samira Samstag und Friedemann Freitag begrüßen heute die Zugeschalteten in aller Welt. Friedemann fühlt sich aber wie ein Betrunkener im Spiegelkabinett.

02:00: Die Speisekarte: Lagerfeuer-Romantik am Montagabend, als ganz Mediendeutschland die Nazi-Doku „Rechts. Deutsch. Radikal“ von und mit Thilo Mischke auf dem Politiksender PRO7 schaut, Sinn und Unsinn von False Balance und vermeintlicher Objektivität (vor allem hinsichtlich Klimakrise), eine Shitshow namens Debatte.

04:55: Wir haben „Rechts. Deutsch. Radikal“ gesehen, und fanden diese Dokumentation sicher sehenswert, weil sie etwas greifbar und verstehbar gemacht hat, was unbedingt ans Licht muss. Den raren TV-Lagerfeuermoment fanden wir beachtenswert. Die Ästhetisierung in ihrer ganzen inneren wie äußeren Hässlichkeit gelungen.

13:20: Vor allem aber haben wir ihren Macher Thilo Mischke zu Gast, er beantwortet drei schnelle Fragen: wie war seine Woche, warum redet er mit Rechtsextremen, wieso kamen keine Betroffenen zu Wort? Danke, Thilo! Mehr dazu auf seinen Kanälen und in seinem joyn-Podcast „Thilo Mischke Uncovered“.

22.21: Lisa Licentia und das nächste Dilemma: wie kritisch darf, kann, muss man gegenüber Aussteigerinnen sein? Wie den Weg nicht verbauen, aber auch kein doppeltes Spiel zulassen? „Words are cheap“, findet Friedemann, und zitiert seltenerweise die Bibel.

27:47: Immer diese Scherereien mit dieser „Objektivität“, einem der Lieblingswörter der Wirrköpfe und Wutbürger: Kann man auf die Klimakrise eigentlich überhaupt verschiedene Perspektiven haben? Und wieso verzweifelt Samira an der False Balance, die der ARD-Chefredakteur Rainald Becker angedeutet hat für die Kommentare im Sender, die ab jetzt „Meinungen“ heißen? Und was ist das Overton-Window nochmal?

35:21: Mangelnde Objektivität als derailender Vorwurf, wo kommt sie eigentlich her? Friedemann hat ein schlaues Buch gelesen und kolportiert die Entstehungsgeschichte der Objektivität mit der Erfindung der Photographie feat. Ernst Haeckel. Am Ende gewinnen wieder mal die Konstruktivistinnen, hurra.

43:31: Samira wirbt für die intersubjektive Objektivität und eine Transparenz, die in der Postfaktizität besser ist als jede versuchte Objektivität. Das Ideal der Neutralität bringt es hingegen einfach nicht mehr.

48:31: Die Debatte zwischen Trump und Biden, puh. Samira hat sich alles angeschaut, Friedemann nicht. Samira hat einen sehr schlechten Text darüber bei SPON geschrieben. Und dann bekommt Trump auch noch Corona. Samira beklagt das hufeisende Framing der Beobachtung und pocht auf ihr Recht auf Schock.

57:41: Es heißt also jetzt nicht mehr Trump gegen Biden, sondern Trump gegen die Demokratie. Friedemann pocht auch sein Recht auf Schock. Die weitere Eskalation ist nur logisch. Ein Präsident aus Verzweiflung, wir sind nicht begeistert. Die ostdeutsche Deep Story dann nächste Woche.

Piratensender Powerplay, Episode 14: "Angst essen Wahrheit auf"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES:

00:30: Einleitung, Komplimente, Bonbons für alle.

01:00: Anglizismen-Verbot im Piratensender! Und was heute sonst noch passiert: Chauvis, Klima, Lügen. Ein ganz normaler Tag bei PP eben.

05:00: Wir beginnen mit der Männerrepublik, einer Buchempfehlung (ausnahmsweise, nämlich: „Männerrepublik"), mit Lindner und Chebli und dem ganzen frauenfeindlichen Quatsch dieser Woche. Samira entlarvt den Sexismus der politischen Klasse. Dann fragt sie Friedemann, wie Mannsein eigentlich für ihn so geht.

11:20: Friedemann versucht eine Antwort. Man verabredet eine eigene Folge für all things Gender. Friedemann möchte aber noch kurz die FDP an sich einordnen aka sich über sie lustig machen. Und über den für Männer nicht nachempfindbaren (Online-)Hass gegen Frauen sprechen.

18:00: Überleitung zur Klimakrise: wo kommt diese Reaktanz her gegen individuelle Verhaltensänderung? Friedemann hat eine Studie ( „Don´t tell me what to do. Resistance to Climate Change Messages Suggesting Behavior Changes.“) gefunden und präsentiert sie stolz. Sie befindet allerdings etwas recht deprimierendes.

23:40: Samira ergänzt Erkenntnisse zu Wissenschaftsfeindlichkeit im Rahmen negativer Implikationen. Wie bewerten wir dahingehend gewisse Bundestagsbeschlüsse hinsichtlich Plastik-Verboten? Naja, geht schon. Aber.

31:55: Wird Trump sich selbst zum König von Amerikaland krönen und uns alle unterjochen? Wie panisch muss man werden, wenn er sich maliziös in Doppeldeutigkeiten ergeht? Friedemann will einmal ganz genau hinschauen, wie genau sich Trump seit Jahren zur selbsterfüllenden Prophezeiung macht.

44:00: Samira ist ebenso noch optimistisch, weil Trump („Anti-Merkel“) eben auch seine Gegnerinnen mobilisiert. Sie formuliert aber erstmal eine neue Sprechakttheorie. Friedemann gefällt das.

48:55: Hannah Arendt hatte eine Zeitmaschine und konnte deshalb vor Jahrzehnten schon den perfekten Kommentar zu diesen Lügnern in der Politik schreiben (und zu der wunderbaren Serie DEVS). Nur die CSU und ihr Gaslighting (ist das eine gute Metapher?), die hat selbst sie nicht vorhergesehen.

52:50: Ende mit Ankündigung einer Deutsch-Deep-Story-Folge nächste Woche wegen 30 Jahre Einheit. Tschüss!

Piratensender Powerplay, Episode 13: "Peinliche Pannen bei Preteens"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES:
00:20: Keine Kunstfiguren: Privatdetektiv Friedemann ist verkatert und hatte extrem schlechte Laune, Kommissarin Samira ist zu Hilfe und besser drauf.
2:40: Wir sprechen heute über die medialen Murmeltiertage - wieso diskutieren wir in Sachen Migration, Rechtsextremismus und so vielem anderen eigentlich immer wieder das gleiche? Samira holt mit Luhmann aus.
04:30: Die Nachrichtenwerttheorie und ihre Schwester, die Nachrichtenlebenszyklustheorie. Wie bringen wir die richtigen Nachrichten in die richtige Phase? Wie wird ein konstantes Problem wie bspw. Moria nicht „alt“?
08:10: Hyperobjekte (Klima, globale Asymmetrie&Transparenz) sind zu groß dafür, wir sind zu sehr Teil dessen für eine angemessene Berichterstattung. Stattdessen: Abstumpfung an Bildern?
12:40: Problematische Empathie, Kunstaktionen als effektiverer Journalismus, Susan Sontag und das Leiden anderer. Wie viel sollte man Opfer inszenieren? Wann führt das zu Reaktanz statt Mitleid?
17:50: Die Betroffenen sollen sprechen. So geschehen im Europaparlament. Ein Opfer des Brands in Moria, dem wir zuhören wollen.
21:40: Die Gleichzeitigkeit von solchen Berichten und der Instrumentalisierung der Bilder machen Friedemann fertig. Griechenland scheint die Geflüchteten zur emotionalen Erpressung und zum Anti-Virtue-Signalling zu nutzen, die deutsche Regierung wiederum bleibt kalt. Darüber zu berichten ist konventionell kaum möglich.
31:00: So ähnlich bei er ewigen Polizeiextremismus-Quizshow: wie viele Einzelfälle sind eigentlich kein Einzelfall mehr? Die mediale Verarbeitung bringt Samira sehr zum Lachen, immerhin. Und wo kommen eigentlich Fakten her? Aus dem Satz des Jahres!
37:00: Feuilleton-Text der Woche: Lars Weisbrods „Zeichenpolitik“-statt-Identitätspolitik in der ZEIT. Samira war ratlos, Friedemann eher rastlos. Und weil der Text genau die gleichen Fehler macht wie fast alle Texte zu diesem Thema, sprechen wir ausnahmsweise ausführlich über seine Zeichen. Bottom Line: Über Friedemann wird keine menschenfeindliche Satire gemacht.
51:30: Samira hat ein Problem mit einem Wirklichkeitsbegriff, der Zeichen und Realität dual oder kompetitiv denkt. Dabei machen Zeichen Realität doch erst sichtbar, alles andere ist Whatboutism.
56:00: Was hat das mit dem bieldiskutierten Netflix-Film „Cuties“ zu tun? Viel, weil militante Zeichenpolitik aka Cancel Culture von rechts passiert. Samira fand ich so 6/10, also kann man ihn gut gucken und sich ein Urteil bilden. Samiras Lieblingsfilm ever ist aber… aber hört selbst. Ciao!

Piratensender Powerplay, Sonderepisode 4: „Gute Machtmärchen - es war einmal der Faschismus“

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES
Piratensender Powerplay, Sonderepisode 4: „Gute Machtmärchen - es war einmal der Faschismus“

00:20: Samira begrüßt mit einem neuen Metaphernrekord, wir haben den Kaninchenbau von letzter Woche zwar verlassen, fanden aber die Schauergeschichten darin so betrachtenswert, dass wir eine Sonderepisode machen wollten über die Textur der aktuellen antidemokratischen Erzählungen, die ihren Erfolg dem Weben löchriger Mythenteppiche verdanken, dem Aufstellen potemkinscher Pappkameraden und Malen gruseligster Feindbilder.
1:30: Moria und die Wut und ein paar Gedanken.
Was kann man tun? Spenden: https://civilfleet.org/spenden/
Unterstützen: https://www.gruene.de/aktionen/moria-jetzt-gefluechtete-aufnehmen
Erik Marquardt auf Twitter und Instagram folgen, für politische Aufklärung und Infos, was man noch tun und wie man politischen Druck ausüben kann.
Politisch bisher noch mehr Angst vor rechtsextremen Parteien, als davor Menschen sterben zu lassen.
07:51: Umberto Ecos Merkmale des Faschismus - welche erklären die aktuellen antidemokratischen Narrative und Mythenbildung? (Inklusive: Besuch von Paul.)
14:39: Die wichtigsten Dialektiken des Faschismus - Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er sagen ich bin eine einfache Antwort.
24:00: Wissenschaftsfeindlichkeit und Denken als „Kastration“: dauern Irrationalismen des Faschismus.
26:35: Drosten, Hayali und andere in Sträflingskleidung auf Querdenker-Demo-Plakaten - genau das ist aktueller manifester Protofaschismus.
32:43: Wie gehen wir denn kommerziell mit einer popkulturellen Übernahme faschistischer Motive und Propagandaästhetik um? Ist es befremdlich, wenn Disneyland tonnenweise Stormtrooper-Fanartikel verkauft, wenn diese in der fiktionalen Erzählung als Weltraum-Wehrmacht inszeniert werden?
38:55: Der Sparta-Mythos als Paradebeispiel faschistoider Codierung einer (historisch quatschigen) Geschichte (feat. Fetischisierung des männlich-militarisierten Körpers, Sexismus, Homophobie etc. pp.)
41:30: Zwischenfrage: wie zum Teufel spricht man eigentlich Roland Barthes aus? Danke, weiter mit Sparta und der Eindeutigkeitsversprechen des Faschismus
43:10: QAnon und die rote Pille als Eintritt in die faschistische Heldenreise.

Piratensender Powerplay, Episode 12: "Mit fliegenden Fahnen ins Rabbithole"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES:
0:30: Was ist die Fahne von Piratensender Powerplay? Jedenfalls zeigt sie eine Sonne UND ein Einhorn!
1:30: Nerven wir eigentlich hart?
1:50: Rekapitulation der Demonstration von vergangenem Samstag: wo warst du, als es passierte? Wie gefährlich war das wirklich? Wie hoch war der Punktsieg für die Rechten? Und was sind das für fucking Fahnen? Friedemann regt sich dann doch nochmal auf.
11:40: Samira ist etwas cooler geblieben und differenziert Heterogenität dieser Blamage, sortiert Hauptdarsteller*innen und Komparsen.
15:30: Samira hat Momentum und bildet den schönen Begriff der "Manifestationen medialer Überforderung" (und verteidigt die Medien damit). Um dann die kritiklose Totalheroisierung der drei Polizisten anzugehen.
17:05: Friedemann nimmt den Schwung auf und fürchtet hier eine fatale Umdeutung der Realität aus einer deutschen Sehnsucht nach uniformierten Rettern. Dabei ist die Polizei als Hüterin der Demokratie momentan eher nicht so in Form.
20:30: Friedemann sagt zum ersten Mal heute „Ethik des Teilens“. Und fragt: was hat das Ignorieren gegen die extreme Rechte gebracht? Ihre Fahnen auf die Treppen des Bundestags.
21:30 Samira fragt uns, ob sie ausholen darf. Darf sie, denn dafür ist der Podcast ja da. Also: Verschiedene Formen des Heldentums. Und zu welchen Helden wir die Polizisten machen wollen und warum das Quatsch ist.
27:05: Und was war mit dem Rest? Diese selbsternannten Querdenker, dieser ganze Antirealitäts-Zirkus – was ist deren ideologische Botschaft? Friedemann versucht es anhand der Begriffe „Querdenken“ und „Esoterik“ und kommt zu so etwas wie: totalitärer Universalismus als pseudodemokratische Verklärung.
33:50: Das führt in einen lupenreinen Populismus, wenn die Querdenker sich als „verfassungsgebende Versammlung“ überschätzen, was Friedemann politisch unbedarft bis ungebildet findet. Samira sagt zum ersten Mal „performativer Widerspruch“.
36:30: Die Sehnsucht nach einer alternativen Erzählung ist für Samira ein weiterer Schlüssel, und die Protestkultur ergibt, die eine Entladung der eigenen Entfremdung in der Masse (vgl. Canetti) sucht. Am Ende steht leider eine riesige Werbeveranstaltung für den Rechtsextremismus.
40:45: Welche alternative Realität ist denn die attraktivste? Eine, die die Komplexität (und manchmal auch den Irrsinn) demokratischer Kompromissfindung umdeutet in die Absicht der sinistren Eliten.
43:05: Auftritt QAnon, eine Verschwörungserzählung, die funktioniert wie ein Multiplayer-Computerspiel. Eine unendliche Gamification der realitätsveganen Selbstaufwertung.
49:10: „Algorithmische" Extremismus": wie Nutzer*innen sich auf YouTube selbst radikalisieren, weil der Algorithmus ihnen immer gefährlichere Verschwörungsvideos vorschlägt. Und Corona als Realitätserschütterung macht das noch anziehender.
52:20: Wie auf Facebook alles nur noch schlimmer wird, Stichwort geschlossene Weltbilder in geschlossenen Gruppen.
58:00: Hausaufgaben raus! „Boys State“, laut Friedemann „die politische Dokumentation des Jahres“, und warum wir sie alle sehen müssen.

Piratensender Powerplay, Episode 11: "Wie will man was man will? Deterministische Demos & Diktaturen“

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

SHOWNOTES

00:17 Ein Verabschiedung und eine Entschuldigung

4:33: Wovon träumen Journalisten Nachts? Neulich als Julian Reichelt in der Nacht einen Startup-Chef anrief um sich zu beschweren, dass dieser Bild-kritische Tweets likt und eine öffentliche Entschuldigung einforderte

10:25 Achtung, wir leben in einer Diktatur! Wie eine aus epidemiologischen Gründen verbotene Demo wieder Deutschlands beliebteste NS-Vergleichen zu Tage fördert und warum NS-Vergleiche schlimmer sind als NS-Vergleiche

18:24 Aber wie verhält es sich mit dem Grundrecht der Versammlungsfreiheit? Erleichterung über das Verbot, dennoch: man muss das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit vehement verteidigen, Samira würde sie zu Hälfte nicht verbieten, Friedemann zur Hälfte schon

25:56 Wo erfolgreich demonstriert wird: Belarus als Beispiel für die 3%-Regel in Aktion. „Wir wollen in einem ehrlichen Land leben“

27:52 Kremlkritiker Nawalny und der Einfluss Russlands. Die Regierung ist kein verklärter James-Bond-Bösewicht aus dem kalten Krieg, sondern politisch knallharte Gewalt - Friedemann wundert sich über den Gleichmut einiger in Bezug Putin und fragt sich, was er noch tun müsste außer Menschen vergiften lassen

31:18 Von Putins Propaganda zu Trumps Video-Dystopien: der Republikanische Parteitag mit einer Bildsprache, die an Hunger Games und the Purge erinnert. Schlägt diese twilight-zonigen Schauermärchen die Erzählung eines Biden, der das gute alte Amerika darstellen will? Wie boxt man demokratisch in politische, Wrestling?

44:21 Was wäre eine Gegenerzählung und wer erzählt sie wie? Wir sind bei der Ethik des Teilens, wie nutzen wir die Hyperdokumentierbarkeit für die Veränderung einer Gesellschaft und lassen uns gleichzeitig nicht dazu verleiten die negativen Erzählungen zu teilen? Das Vorbild-Paradox: wie zeigt man, dass man etwas bewusst nicht geteilt hat? Und wie wehrt man sich gegen ein Design sozialer Netzwerke, die nicht wollen, dass wir ethisch teilen?

50:21 DEVS, Samira findet, die Serie konnte gut zeigen, dass man nicht wollen kann, was man will. Friedemann findet allerdings die Serie muss auch können, was sie will und nicht nur können, was sie kann.

58:37 Tenet. Ach. Kinoglückseligkeit und Kinoeinsamkeit.

1:08:02 Hausaufgaben für nächste Woche: Boys State schauen.

Piratensender Powerplay, Episode 10: "Choreografien des Ancancelns"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Das Gespräch am Ende der Woche – mit Samira El Ouassil und Friedemann Karig.

(Hallo, hier ist Samira: entschuldigt bitte die Soundqualität bei mir, leider einfach übersteuert, nächste Woche alles wieder mit Talent, versprochen.)

SHOWNOTES

1:37 Willkommen zurück! Friedemann hat Samira ein fantastisches Wort aus Italien mitgebracht.

2:44 Samira versucht Friedemann die von ihm verpasste Klassenfahrt nachzuerzählen und präsentiert das Menü, es geht um Absagen, Sagbarkeiten, Aussagen und am Ende eine wichtige Ansage.

5:40 Eine Taboo-hafte Nacherzählung dessen was nicht passiert ist und die Hot Rotation der Diskussionen um Komik, Satire und die selben Choreographien, die wir auch in Bezug zu Kolumnen und Gedichten tanzen.
Ist Cancel Culture die neue political correctness und wer hat überhaupt Diskursmacht?

16:22 Welche gesellschaftlichen Veränderungen bedingen die sozialen Dynamiken, die man irgendwie versucht atmosphärisch als Cancel Culture zu verorten?
Und haben sich als gesellschaftskritische Künstler etwas wie eine Artist Fragility, die sie besonders empfindlich für Kritik machen?
Je größer die Reichweite, desto größer das korrektive Konnektiv?
Je größer die Kritik, desto notwendiger die Selbstreflexion?

27:26 “Kanzelkultur”: Der Duden cancelt Wörter, endlich auch Friedemanns Hasswort

29:38 Die sich weiter entwickelnde Gesellschaft als Rolltreppe und Krawallkonservative, die aus Freude an der Kante dagegen treten. Achja, Friedemann ist aufgrund seines Rassismustextes neuerdings Anhänger einer Sekte, sagt zumindest ein Kolumnist.

37:37 Eine weitere Leserreaktion zeigt vielleicht noch ein Grundproblem gesellschaftlicher Entwicklung: die Erwartungshaltung, dass man ein Recht auf positive Resonanz hat, wenn man sich verändert.
Und wer sind die besonnenen, kühlen, entspannten Konservativen, die die Rolltreppe kritisieren könnten?

46:24 Hausaufgaben werden abgefragt: Friedemann präsentiert Samira die Deepstory-Idee Italiens

52:20 UNTERSCHREIBT ALLE DIESE PETITION FÜR DIE DURCHFÜHRUNG EINER RACIAL PROFILING STUDIE IN DER POLIZEIBEHÖREN
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2020/_07/_06/Petition_113349.nc.html

Über diesen Podcast

Piratensender Powerplay – das Gespräch am Ende der Woche. Mit Samira El Ouassil und Friedemann Karig.

von und mit Samira El Ouassil, Friedemann Karig

Abonnieren

Follow us