Sonderepisode 6: "Jesus würde Weihnachten abschaffen"

Shownotes

00:30: Begrüßung, Samira vergleicht Friedemann mit Jesus und vice versa, alle lachen.

01:20: Samira mag Weihnachten, obwohl es ein ganz großer Quatsch ist. Das ist unser Thema: Der ganze Christkram. Macht euch auf was gefasst.

02:00: Friedemann feiert Weihnachten (mit), obwohl es ein ganz großer Quatsch ist – klassische Großfamilienweihnachten unterm Baum. Bei Samira eher so selbstironische Kleinfamilienweihnachten neben der Palme.

05:50: Bei Samiras daheim wird aber ernsthaft Liebe sublimiert, dazu taugt das kulturell-universalistische Protokoll. Als Kind hätte sie gerne eher mehr Weihnachten gehabt, heute ist sie sogar beim Ugly Christmas Pullover angekommen.

08:10: Weihnachten ist für Fmann kaputt, ein kollektiver kalendarischer Ablasshandel, die einmal jährliche Ausnahmefolklore bei gleichzeitiger gesellschaftlicher Unchristlichkeit. Egal was gerade in der Welt los ist, zum Beispiel die Zerstörung der Schöpfung.

12:00: Frage: was ist eigentlich mit Jesus? Und mit seinen Werten? Heute ist es "Das Fest der Familie" (Söder), an dem Menschen eine dringend notwendige Pause vom Kapitalismus brauchen. Was hat das eigentlich noch mit Jesus Botschaft zu tun? Der hat etwas ganz anderes erzählt damals.

15:40: Friedemann zitiert tatsächlich die Bibel! Aber nur um zu zeigen: Jesus stellte explizit Werte und Prinzipien über Herkunft und Tradition. Seine Werte: Mitleid, Obrigkeitenkritik, Selbstlosigkeit, Fairness. Was davon ist heute noch übrig rund um Weihnachten?

18:20: Samira unterfüttert: Weihnachten ist eine "synkretistische" Erfindung des Christentums – ein willkürliches Patchwork aus Riten und Traditionen. Sol Invictus, Mitras-Sage, das gute alte dritte Jahrhundert – jetzt wird es endlich historisch im Piratensender.

22:10: Jesus wurde vermutlich eher im September oder Oktober geboren. Und mehr Fun Fabrics aus der kirchlichen Legendenschreibung. Die sich auch bei heidnischen Bräuchen bedient hat. Eigentlich ist Weihnachten etwas wie ein besinnlicher Karneval.

29:00: Jetzt zerlegt sie auch noch den heiligen Nikolaus! Immerhin: Auftritt Martin Luther, der den Kuddelmuddel wieder ein bisschen ordnen will mit der Erfindung des Christkindes (ja, wirklich). Aber wieso dann der Weihnachtsmann? Halleluja, Religion ist wie ein LSD-Trip.

32:15: Es geht munter weiter, Samira erklärt noch den niederländisch-amerikanischen Santa Claus, und damit sind wir langsam beim heutigen konsumistischen Weihnachten rund um Geschenke und magische Fabelwesen. Und da war ja noch was mit Coca-Cola.

38:55: Friedemann bedankt sich schon für den kulturellen Stammbaum all dieser Figuren, da kommt Samira noch mit dem Tannenbaum. Der floral-personifizierte Widerstand gegen die Kälte. Der wurde natürlich auch irgendwie erfunden, u.a. von einem damaligen Influencer namens Goethe.

44:40: Friedemann glaubt: Jesus würde Weihnachten abschaffen. Eigentlich ist er ja mal gekommen, um die Welt zu retten, muss dazu aber auf die klassische Heldenreise aufbrechen. Inklusive Weigerung, Versuchungen, Prüfungen, Verklärungen und am Ende das große Opfer. Genauso wie andere messianische Helden wie der heilige Krishna im Hinduismus zum Beispiel.

48:50: Eigentlich verlangt Jesus von uns die volle Gefolgschaft, uns selbst aufzugeben und in ihm aufzugehen. Diese große Funktion ist säkularisiert worden. Heute wird Jesus eher als Sozialrevoluzzer gelesen, als spiritueller Che Guevara des Orients, sein Tod eher als großes Beispiel von Integrität.

51:50: Erst diese Trivialisierung schafft Raum für hedonistische Aufladung dieses events, vorgeblich sublimiert als heiliges Fest. Liegt darin ein Versöhnungsangebot von uns Atheisten an die Pseudochristen? Schreibt euch einfach eure die Traditionen selbst! Wir beschließen: unser Ritual soll sein, eine Stunde zu meditieren am 24.12. – macht ihr mit?

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